Kultur im Kloster.

Das Programm 2026.

Literatur, Musik, Kunst und Begegnung - mitten in Mistelbach.

Die barocke Bibliothek öffnet sich für zeitgenössische Kultur

Die Bibliothek im ehemaligen Barnabitenkloster Mistelbach ist weit mehr als ein historischer Raum: Sie ist ein sichtbares Zeugnis der Bildungs-, Ordens- und Kunstgeschichte der Stadt. Das heutige Kultur-Quartier Kloster versteht diesen Ort als Bühne für „Literatur, Musik, Kunst und Begegnung – mitten in Mistelbach“ und knüpft damit an die ursprüngliche Bedeutung des Klosters als Ort des Wissens, der geistigen Auseinandersetzung und der Gemeinschaft an.

Ihre besondere kulturelle Bedeutung erhält die Bibliothek durch ihre barocke Ausstattung und vor allem durch das Deckenfresko von Franz Anton Maulbertsch. Es entstand 1760 und gilt als eines seiner frühen Bibliotheksfresken; der Raum befand sich im Obergeschoss des Nordosttrakts des ehemaligen Klostergebäudes. Die Bibliothek wurde 1758/60 nach einem Vermächtnis Peter Franz Carl de Priesens eingerichtet und umfasste Bücher von über 1.300 Autoren sowie Erd- und Himmelsgloben. Damit war sie nicht nur ein Aufbewahrungsort von Büchern, sondern ein gelehrter Raum, in dem Theologie, Wissenschaft, Weltwissen und Kunst zusammengeführt wurden.

Dass die Bibliothek bis heute Gegenstand kunsthistorischer und bibliotheksgeschichtlicher Forschung ist, zeigt ihre überregionale Bedeutung. In einschlägigen Bibliografien finden sich Arbeiten zur Bibliothek des Barnabitenkollegs, zu Raum und Programm der ehemaligen Klosterbibliothek sowie speziell zu Maulbertschs Deckengemälde. Auch die Ordensgemeinschaften Österreich verweisen auf die historische Bedeutung barnabitischer Bücherbestände und auf die Verantwortung, dieses kulturelle Erbe zu dokumentieren und zu sichern.

Mit dem Kultur-Quartier Kloster wird dieser Raum nun neu aktiviert: Die Barocke Bibliothek wird nicht nur bewahrt, sondern wieder als lebendiger Kulturort erfahrbar gemacht. Gerade Lesungen, Vorträge und Führungen passen in besonderer Weise zu diesem Ort, weil sie das historische Gedächtnis des Klosters mit zeitgenössischer Kultur verbinden. So entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Bücher, Fresken und Architektur erzählen von der Geschichte des Wissens, während Autorinnen, Autoren, Historikerinnen und Publikum neue Perspektiven in den Raum bringen.

Zwei der kommenden Veranstaltungen machen diese Verbindung besonders deutlich. Am 25. Juni 2026 um 19:00 Uhr liest Stefan Kutzenberger in der Klosterbibliothek aus „Die Liste der Lebenden“; der Eintritt erfolgt gegen freie Spende, empfohlen werden 12 Euro. Am 26. Juni 2026 um 19:00 Uhr folgt der Vortrag „Die Schätze des Klosters“ mit den Historikerinnen Sabine Miesgang und Sylvia Stegbauer, ebenfalls in der Bibliothek im Kloster.

Damit wird die Bibliothek im Barnabitenkloster Mistelbach zu einem Ort, an dem Kultur nicht nur betrachtet, sondern erlebt wird: als historisches Erbe, als künstlerischer Raum und als Treffpunkt für Menschen, die sich für Literatur, Geschichte und die kulturelle Identität Mistelbachs interessieren.

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